Das rumänische Parlament stimmt heute darüber ab, ob gegen Ex-Premier Adrian Nastase und gegen Ex-Verkehrsminister Miron Mitrea Strafermittlungen wegen Korruptionsverdächtigungen eingeleitet werden sollen. Es ist das erste Mal, dass nicht die Staatsanwaltschaft, sondern die Abgeordneten über Ermittlungen entscheiden. Die Zeitung Romania Libera schreibt dazu: "Es ist an der Zeit, dass wir uns eingestehen, dass der Kampf gegen die Korruption genauso fehlgeschlagen ist wie die Justizreform. ... Mit dem Kampf gegen die Korruption hätten wir uns der korrupten Richter, Staatsanwälte und Funktionäre entledigen sollen, während die Justizreform die Korruption bis zur höchsten Rangebene hätte eliminieren müssen. Die Voraussetzung zum Erfolg war der Wille der politischen Elite. Doch der hat niemals existiert. Im Gegenteil. Wir sind auf dem Weg, die goldenen Träume der postkommunistischen Politiker wahr werden zu lassen: Eine Gesellschaft ohne Rechtsstaat, die jedoch EU-Mitglied ist. Eine Gesellschaft, in der man straflos stehlen kann. ... Unsere politische Klasse hätte keinerlei Argument, um eine möglicherweise von Brüssel ausgegebene Schutzklausel im Justizbereich zurückzuweisen. Dennoch könnte die Schutzklausel mehr schaden, als wirken. ... Und selbst wenn sie nicht eingeführt wird, könnten andere Maßnahmen folgen: von der Aussetzung des EU-Fonds bis hin zur Aussetzung des rumänischen Stimmrechts im EU-Ministerrat." (24.06.2008)
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