Nachdem sich ein Angestellter einer Tankstelle im nordschwedischen Piteå erfolgreich mit Unterstützung der Gewerkschaften dagegen gewehrt hat, an einem Ort arbeiten zu müssen, an dem Porno- und Herrenzeitschriften verkauft werden, haben Politiker und Presse dafür geworben, die gesamte Ortschaft zur pornofreien Zone zu machen. Eine gefährliche Tendenz, findet die Tageszeitung Göteborgs-Posten: "Sicher muss man das Frauenbild von Herrenzeitschriften ... und der noch weniger geschmackvollen Verwandtschaft nicht mögen. Aber den Geschmack gewisser Zeitschriften zu verachten ist eine Sache, mit Drohung, Zensur und massiver Meinungsmache zu verhindern, dass Menschen diese Zeitschriften kaufen, eine andere. Auch Schundliteratur wird von der freien Meinungsäußerung geschützt. Aber wenn sich Gewerkschaften, kommunale Politiker und die örtliche Presse einer Kleinstadt zusammentun, wird die Toleranz beschnitten. Die Piteå-Zeitung schreibt in ihrem Leitartikel, dass die Mächtigen ihre Stellung benutzen dürfen, wenn es nicht um eigene Gewinninteressen geht. Der Zweck heiligt also die Mittel. Das ist eine beängstigende Sichtweise auf Demokratie und Rechtsstaat." (08.07.2008)
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