In ihrem Leitartikel erinnert die Tageszeitung Le Monde aus Anlass der Verhaftung des ehemaligen bosnischen Serbenführers Radovan Karadžić an die "großserbischen" Anwandlungen während der Jugoslawienkriege und den aktuellen Meinungsumschwung in Serbien: "Sie waren drei. Drei Männer, die als Hauptverantwortliche des fürchterlichen Blutbades, das Bosnien-Herzegovina im Namen eines 'Großserbiens' mit Blut befleckte: Slobodan Milošević, der Meister Serbiens, Ratko Mladić, der Armeeführer in Bosnien, und Radovan Karadžić, der selbsternannte 'Präsident'. ... Von diesen drei Männern hat Radovan Karadžić den strengsten, verrücktesten serbischen Nationalismus verkörpert. Während Milošević, der nationalistische Sozialist, die absolute Macht anstrebte, und Mladić, der Soldat, von Eroberungen und Blut träumte, lebte Karadžić in einer von Epos gefüllten Welt, fasziniert von einer 'Kriegerrasse'. ... Das Schlimmste für Karadžić ist vielleicht, dass er weder von bosnischen Muslimen verhaftet wurde, die er vernichten wollte, noch von diesen Westlichen, die er hasste, sondern in einem Serbien, das aus seiner dämonischsten Zeit herauskommt, einem noch sehr nationalistischen Serbien, das von Demokraten regiert wird, einem Land, das sich mit seinen Nachbarn langsam versöhnt und auf das gemeinschaftliche Europa zuschreitet." (23.07.2008)
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