Der Politologe Daniel Bell argumentiert in der Tageszeitung The Malta Independent, dass nicht die liberale Demokratie, sondern ein linker Konfuzianismus den Kommunismus in China ersetzen könnte. "[Der alte] Konfuzianismus wurde mit Legalismus, Chinas anderer politischer Haupttradition, kombiniert, um Praktiken wie blinden Gehorsam gegenüber dem Herrscher, die Unterdrückung von Frauen und den Gebrauch von harten Strafen zu rechtfertigen. Der 'offizielle' Konfuzianismus, der heute wiederbelebt wird, mag weniger gefährlich sein - er betont soziale Harmonie, soll heißen friedliche Konfliktlösung - aber er bleibt bei einer konservative Morallehre. Es gibt jedoch auch eine andere Interpretation des Konfuzianismus, lasst ihn uns 'linken Konfuzianismus' nennen. Dieser betont die Verpflichtung der Intellektuellen, schlechte Politik zu kritisieren, verpflichtet Regierungen, für das Wohlergehen des Volkes zu sorgen und fördert jene, die keine Familienunterstützung haben. Zudem ruft er Regierungen auf, ... eher auf moralische Stärke als auf militärische Macht zu vertrauen, um politische Ziele zu verfolgen. ... Heute ist die brauchbarste Alternative zu Chinas politischen Status Quo ein linker Konfuzianismus." (04.08.2008)
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