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Presseschau / Archiv / Presseschau | 03.09.2008

 

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Europas Fußball in der Krise

Europas Fußball in der Krise

 

Der europäische Fußball ist in Aufruhr: Vor wenigen Tagen sorgten gewalttätige Fans in Italien für einen Skandal, gestern wurde der britische Traditionsverein Manchester City von der Abu Dhabi United Group (ADUG), einer von der Herrscherfamilie der Vereinigten Arabischen Emirate kontrollierten Investmentfirma aufgekauft. Wohin treibt der Fußball in Europa?

Mit Artikeln aus folgenden Publikationen:
La Repubblica - Italien, The Guardian - Großbritannien, Süddeutsche Zeitung - Deutschland

La Repubblica - Italien

Die Tageszeitung La Repubblica bedauert, dass finanzkräftige Investoren wegen gewalttätiger Fans und fehlender wirtschaftlicher Transparenz einen Bogen um italienische Fußballvereine machen. "Die britische Premier League ist nach den verschiedenen Übernahmen die reichste Liga weltweit. ... Warum interessieren sich reiche Ölscheichs und russische Oligarchen nicht für italienische Fußballklubs? … Wer in Italien investiert, befürchtet, dass er das Erworbene nicht kontrollieren kann. Die Mannschaften sind Geisel der sogenannten organisierten Anhängerschaft, die zum Teil wahre Verbrecherbanden sind, die mit ihren Gewalttaten dem Gemeingut der Gesellschaft nicht wieder gut zu machenden Schaden zufügen könnten. Es sind Gemeinschaftshandlungen mit ökonomischen Absichten, für die man nur schwer individuelle Täter verantwortlich und strafrechtlich verfolgen kann. Hinzu kommt die Übermacht der Manager in den Fußballklubs, und zu guter Letzt der Interessenkonflikt: Das Geld der italienischen Klubs kommt fast ausschließlich aus den Rechten der Fernsehübertragungen. Wer die Verhandlungen führt, verfolgt häufig eigene private Interessen, im Konflikt mit denen anderer Mannschaften. Mit einem Wort, der Fußball leidet an genau den selben Krankheitssyndromen wie das gesamte italienische Wirtschaftssystem." (03.09.2008)

The Guardian - Großbritannien

Die Tageszeitung The Guardian beklagt anlässlich des Verkaufs des Vereins Manchester City den Kulturwandel im Sport, bei dem die Fußballklubs nicht mehr von Fans, sondern von Finanziers beherrscht werden: "Die Saga ist einfach das spektakulärste Beispiel einer unumkehrbaren Verschiebung bei den Topklubs, den die Gemeinden und Fans nicht mehr kontrollieren können. Das letzte Mal war es Chelsea. Jetzt ist es Manchester. Bald wird es ein anderer Club sein, möglicherweise Arsenal oder Newcastle. Es ist ein spektakulärer Prozess und er sorgt für eine riesige Unterhaltung. Aber es ist eine kollektive Täuschung, nicht zu sehen, das dies alles ein klassischer faustischer Pakt des 'Lebe jetzt, zahle später' ist. Die gekaufte Glorie von einer Spielzeit oder zwei mag für Fußballfans unschätzbar sein. Aber letzten Endes ist es ein Opfer unserer Lebensart und unseres Planeten an Öl-Profiteure, die weder Gesetze noch Traditionen respektieren. Vielleicht ist das Leben so. Aber Fußballfans ziehen immer die Unschuld der Erfahrung vor." (03.09.2008)

Süddeutsche Zeitung - Deutschland

Die Süddeutsche Zeitung macht sich über den Einfluss von spendierfreudigen Milliardären in den europäischen Ligen Gedanken. "Insgesamt ließ Italien 450 Millionen Euro auf dem Transfermarkt, England - dank der Öl- und Gasreserven in Abu Dhabi und Russland - aber noch etwas mehr. Die spanische Liga und die [höchste deutsche Spielklasse] Bundesliga können da nicht mithalten. Vielleicht auch deshalb, weil sie keine Regierungschefs aufbieten können wie [den italienischen Premier] Silvio Berlusconi. Der lud Chelseas Besitzer Roman Abramowitsch an einem blauen Augusttag zum Mittagessen nach Sardinien ein. ... Zwei Tage später heuerte [der Stürmer] Andrej Schewtschenko wieder beim AC Mailand an. Die Italiener haben sich ausländische Investoren im Fußball bis heute vom Leib gehalten. ... Mit Abramowitsch können es ... nur Berlusconi und Inters [Mailänder Fußballklub] Petrolmagnat Massimo Moratti aufnehmen, doch die ungleich ärmere Konkurrenz möchte trotzdem nicht zurückstehen. ... Koste es, was es wolle." (03.09.2008)

POLITIK

Dnevnik - Slowenien

Finnisch-slowenische Schmiergeldaffäre

Im finnischen Fernsehen wurden vor kurzem schwere Vorwürfe gegen den slowenischen Ministerpräsidenten Janez Janša erhoben. Er solle beim Kauf finnischer Panzerfahrzeuge für die slowenische Armee Bestechungsgelder erhalten haben. Darjan Košir, Chefredakteur der Tageszeitung Delo, schreibt, dass diese Affäre unabhängig von ihrem Ausgang eine Auswirkung auf die Wahlen im September haben wird: "Sloweniens Ministerpräsident Janez Janša hat keine Wahl mehr: Entweder verklagt er das finnische Fernsehen auf Schadenersatz wegen falscher Anschuldigungen gegen ihn und den slowenischen Staat, oder er gibt den 'Jahrhundertdeal' zu und zieht sich aus der Politik zurück, bevor die slowenischen Wähler ihn am 21. September aus dem Verkehr ziehen werden, denn diese würden die Schmiergeldanschuldigungen schwer verdauen. ... Falls die Schuld Janez Janšas in den kommenden Tagen mehr oder weniger offensichtlich wird, ist er politisch tot. Falls nichts klar wird, wird er die Parlamentswahlen im September (als Opfer) mit großem Vorsprung gewinnen, oder (als vermeintlicher Schuldiger) ebenso überzeugend verlieren." (03.09.2008)

Latvijas Avīze - Lettland

Verfehlte Kaukasuspolitik

Der Betreiber einer oppositionellen Internetzeitung, die in der russischen Teilrepublik Inguschetien produziert wird, wurde am Wochenende bei seiner Verhaftung wegen "Extremismus" durch russische Beamte erschossen. Die Tageszeitung Latvijas Avīze kritisiert am diesem Beispiel die Kaukasuspolitik Russlands: "Die Ereignisse in Inguschetien zeigen, wie unbegründet die Ansprüche Russlands sind, Garant für die Unabhängigkeit kleiner Völker zu sein. Häufig genug löst Moskau sogar selbst die ethnischen Konflikte und Separatistenbewegungen aus, um hinterher als Problemlöser aufzutreten. Die Minderheitenpolitik des Kremls befindet sich in einem Teufelskreis: Um dem Kaukasus das eigene Verständnis von Ordnung aufzuzwingen, werden die Gebiete vollständig einer Führung von Putins Gnaden übertragen, deren eigenmächtiges Vorgehen vergrößert die Unzufriedenheit der Bewohner, was wiederum zu mehr polizeilicher Willkür führt. Es ist bezeichnend, dass der im August 'versehentlich' getötete inguschetische Oppositionelle kein bewaffneter Bandenchef war und nicht einmal zu einer politischen Organisation gehörte: Sein einziges Arbeitsgerät war die beliebte Internetseite www.ingushetiya.ru, die es wagte, unzensierte Informationen und kritische Standpunkte über die Lage in Inguschetien zu veröffentlichen." (03.09.2008)

Kristeligt Dagblad - Dänemark

Protest gegen EU-Kommission

Die EU-Kommission hat einen Aktionsplan für die Reform des Unternehmensrecht erstellt. Sie soll unter anderem die Befreiung gemeinnütziger Organisationen von der Mehrwertsteuer in Europa aus wettbewerbsrechtlichen Gründen unterbinden. Dänemark hat die Forderung der EU-Kommission zurückgewiesen. Die Tageszeitung Kristeligt Dagblad begrüßt den Vorsatz der Regierung, an den dänischen Regeln festzuhalten. "Wenn die gemeinnützigen Organisationen nicht mehr von der Mehrwertsteuer befreit werden, würde dies Freiwilligenorganisationen wie die Nothilfe der Volkskirche, ... die Mission Afrika und das Rote Kreuz sehr hart treffen und sie Millionen kosten. ... Gut möglich, dass sich die Aufforderung der EU-Kommission, die Mehrwertsteuerbefreiung aufzuheben, beim Blick durch die technische oder wirtschaftliche Brille gut ausnimmt. Aber man sollte Dinge nicht nur nach diesem Maßstab messen. Das Schreiben der EU-Kommission ... ist schlicht ein Lehrbeispiel dafür, wie weit die EU-Kommission von der Wirklichkeit entfernt ist, in der die Bürger der EU leben." (03.09.2008)

Népszabadság - Ungarn

Unnötige Diplomatie

Der siebenbürgische Journalist Béla Bíró befasst sich in der Tageszeitung Népszabadság mit der diplomatischen Offensive des rumänischen Präsidenten Traian Băsescu in der Kaukasuskrise: "Präsident Traian Băsescu hat sich dazu entschieden, seine gesamte internationale Autorität und politische Weitsicht in die Waagschale zu werfen. ... Laut Băsescu ist die Krise in Südossetien nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass die Osseten nicht bereit waren, auf der Grundlage individueller Rechte Teil des georgischen Staates zu sein. ... Nach Ansicht von Băsescus sei nichts einfacher, als den Minderheiten in Georgien die kollektiven Rechte kurzerhand vorzuenthalten. ... Die Tatsache, dass sich die Minderheiten gerade deshalb von den Nationalstaaten abspalten wollen, kommt Băsescu gar nicht in den Sinn. ... Die 'Lösung' à la Băsescu würde auf internationaler Ebene wohl genau zum Gegenteil dessen führen, was unser weiser Führer erreichen will. Doch davon kann derzeit weder er noch der Großteil seiner europäischen Partner überzeugt werden. Dazu muss wohl noch mehr Blut vergossen und noch mehr zerstört werden." (03.09.2008)

REFLEXIONEN

Die Zeit - Deutschland

Schweres sozialistisches Erbe

Der Kaukasuskrise lässt sich auch auf den übertriebenen georgischen Nationalismus zurückführen, schreibt der russische Philosoph Michail Ryklin in der Wochenzeitung Die Zeit. In anderen postsowjetischen Staaten seien nationalistische Strömungen ebenfalls ein Problem. "Ganz entgegen den Träumen der Nationalisten wurde Georgien nach dem Zerfall der Sowjetunion bitterarm. ... Aus dem bloßen Besitz oder Nichtbesitz von Gegenständen sollte man [allerdings] keine weitreichenden moralischen Schlussfolgerungen ziehen. ... Und überhaupt: Wer sind diese 'Russen' und 'Georgier' eigentlich? Vor allem sind sie alle postsowjetische Menschen, denen es nur so scheint, als seien sie nach dem großen Terror in ihre nationalen Nischen zurückgekehrt - ganz so, als hätte der Terror bei ihnen keine tiefen Wunden hinterlassen, die noch jahrzehntelang nicht ausheilen werden, als würden sie am Körper ihrer Nation keine Phantomschmerzen aus der Sowjetzeit spüren. ... Der Unwille, sich mit der eigenen Geschichte auseinander zusetzen, beschert dem postsowjetischen Raum Kriege und ethnische Konflikte. Unabhängig von der jeweiligen Rhetorik blüht der Nationalismus, wobei auch die demokratische Rhetorik keine Ausnahme bildet. ... Eine Rückkehr nach Europa ist nur durch die Auseinandersetzung mit der jüngsten totalitären Geschichte möglich, mit jenen Mechanismen, die Russen, Ukrainer, Weißrussen, Kirgisen und Georgier gleichermaßen unterjocht haben. Erst wenn diese Arbeit getan ist, werden unsere Vorstellungen von Europa komplexer, differenzierter und - was das Wichtigste ist - realistischer." (03.09.2008)

Financial Times - Großbritannien

Ende der Hegemonie

Der Kolumnist Martin Wolf beschreibt die bevorstehende US-amerikanische Präsidentschaftswahl in der Tageszeitung Financial Times als letztes Teilstück der anglo-amerikanischen globalen Vorherrschaft: "Sie [der demokratische Kandidat Barack Obama und der republikanische Kandidat John McCain] spiegeln gegenläufige Elemente dieser Tradition [der anglo-amerikanischen Hegemonie] wider: die Instinkte für Konflikt und für Kooperation. Der erste Instinkt sucht Feinde und der zweite Deals. Der erste ist manichäisch und der zweite versöhnlich. ... Diese Präsidentschaftswahl wird den Charakter der nächsten, wahrscheinlich letzten Epoche der anglo-amerikanischen globalen Hegemonie bestimmen. Die Frage ist, ob das amerikanische Volk den Instinkt für Konflikt oder den für Kooperation wählen wird. Weder McCain noch Obama werden sich in der Praxis ausschließlich eine Alternative zu eigen machen. Noch wird nur eine Herangehensweise die einzige Antwort sein. Aber der Unterschied in der Tendenz ist klar. Werden sich die USA für eine neuen großen Kreuzzug gegen das Böse rüsten? Oder werden sie bereit sein, sich mit dem Rest der Welt hinzusetzen und zu reden? Die richtige Haltung für die heutige komplexe Welt ist nicht die derjenigen, die Verständigung mit Appeasement gleichsetzen. Die Wahl scheint klar. Sie wird unsere Ära formen." (03.09.2008)

WIRTSCHAFT

Trouw - Niederlande

Rückkehr nach Osteuropa

Immer mehr osteuropäische Migranten, die in den Niederlanden Arbeit gefunden hatten, kehren wieder in ihre Heimat zurück. Die Tageszeitung Trouw bedauert diese Entwicklung: "Die Rückkehr wird zu einem Arbeitskräftemangel in der Landwirtschaft, der Metall- und Reinigungsbranche und dem Baugewerbe führen. ...Das ist besorgniserregend für diese Sektoren, aber auch ein Zeichen, dass Europa erwachsen wird. Die Europäische Union hat es verstanden, den freien Verkehr von Waren und Dienstleistungen aufzubauen und schuf eine Währungsunion. Aber die Achillesferse der wirtschaftlichen Einheit war der Arbeitsmarkt. ... Es sind die Mitgliedstaaten, die die Hindernisse aufrecht erhalten, um ihr eigenes Volk und den eigenen Arbeitsmarkt zu schützen. ... Wenn die schnellen Migrationsbewegungen von Arbeitern ein Zeichen dafür sind, dass Europa erwachsen wird, dann wissen die Niederlande nicht, wie man damit umgehen soll. Den Haag scheint vor allem den Eindruck verhindern zu wollen, dass Menschen hier willkommen sind. ... Den Haag muss erkennen, dass es bei der Migration nicht darum geht abzubremsen, sondern darum, klug Gas zu geben." (03.09.2008)

Cinco Días - Spanien

Arbeitsbeschaffung in Spanien

Die Arbeitslosenzahl ist in Spanien im vergangenen Monat auf 2,5 Millionen gestiegen - eine halbe Million Arbeitslose mehr als im August des Vorjahres und damit der höchste Stand seit zehn Jahren. Die Wirtschaftszeitung Cinco Días beurteilt die Reaktion der Regierung skeptisch: Der spanische Regierungschef "José Luis Rodríguez Zapatero hat Maßnahmen angekündigt, ... die denjenigen, die in der Bauwirtschaft ihre Arbeit verloren haben, neue Jobs verschaffen sollen. ... Die Regierung tut gut daran, diesem Projekt höchste Priorität einzuräumen. Vor allem wenn es nicht bei den Maßnahmen bleibt, die bislang bekannt geworden sind: 100.000 Arbeitslose in Arbeiten 'für das Allgemeinwohl' umzuleiten - die Renovierung öffentlicher Gebäude, die Pflege von Waldgebieten und Sozialdienste für Randgruppen. Ein Plan, der - solange wir noch keine Details kennen - zu kurz treten würde und zudem in die falsche Richtung ginge, wenn diese Jobs den öffentlichen Haushalt belasten. Denn dies ist nicht die Aufgabe der Regierung. Sie muss vielmehr den Rahmen dafür schaffen, dass Arbeitsplätze entstehen." (03.09.2008)

KULTUR

Týždeň - Slowakei

Ohne festen Boden

Der Philosoph František Novosád bedauert in der liberalen Wochenzeitung Týždeň den vergleichsweise geringen Einfluss der Intellektuellen auf das Leben in der Slowakei. "Im 20. Jahrhundert kam es bei uns alle zwanzig Jahre beinahe zu einer kompletten Auswechslung der Eliten. Es fehlte an Kontinuität. ... Die Intellektuellen in Polen oder Russland stehen auf festerem Boden. Mit den russischen Intellektuellen konnten die Regime alles mögliche machen; sie hatten immer auch Dostojewski und Tolstoj in sich und sahen die Welt so mit anderen Augen. ... Die slowakischen Intellektuellen betrachten es zudem als ihre Aufgabe, sehr kritisch zu sein und Mythen zu zerstören. Sie haben einen reichlich destruktiven Charakter. Das hat mit der Diskontinuität zu tun. Eine Universität muss 50 oder 60 Jahre ausbilden, um gut zu funktionieren. Dazu bedarf es drei oder vier Generationen von Professoren, die auf ihren Vorgängern aufbauen können." (03.09.2008)

La Repubblica - Italien

Eine Zunge im Museum

Das Victoria & Albert Museum in London hat auf einer Auktion in den USA die Originalzeichnung des berühmten Zungen-Logos der britischen Rockband The Rolling Stones für 92.500 Dollar (63.000 Euro) ersteigert. Für die Tageszeitung La Repubblica ist dies nur konsequent: "Viele glaubten, der rote Mund mit der herausgestreckten Zunge, seit 37 Jahren das Markenzeichen der Rolling Stones, sei von [dem Pop-Art-Künstler] Andy Warhol. ... Wer hätte auch besser als Warhol die Rebellion des Rock bildlich synthetisieren können. Dabei war es ein 24-jähriger Student des Londoner Royal College of Art, John Pasche. Nun hängt die Zunge im Museum, was verständlich ist in Anbetracht der fortschreitenden Historisierung und Musealisierung der Rockkultur. Originaltexte, Musikinstrumente, Kleider, alles was die Rockstars berührt haben, ist heute Fetisch und Objekt der Begierde privater Sammler und nun auch öffentlicher Institutionen." (03.09.2008)

MEDIEN

Rzeczpospolita - Polen

Ein neues Monopol?

Mit dem neuen Internetbrowser Chrome greift der US-amerikanische Suchmaschinenkonzern Google die Vormachtstellung des Softwareherstellers Microsoft an. Die konservative Tageszeitung Rzeczpospolita zweifelt jedoch, dass dies das Ende der Monopole ist: "Die kurze Entwicklungsgeschichte der Computerbranche lehrt, dass große Potentaten auf den Trümmern anderer Giganten wachsen. Die große IBM entstand, als sie bewies, dass das Endprodukt wichtiger ist als die im Inneren des Computers versteckte Technologie. Auf dem Feld der Besiegten ließ sie CBM, Atari und Texas Instruments zurück. Später bewies Microsoft, dass nicht der Computer das Wichtigste ist, sondern wofür wir ihn benutzen, also die Programme. … Diesmal unternimmt Google einen massiven Angriff auf das, was seit Jahren Microsoft mit Erfolg verkauft - Office-Pakete: Die Textverarbeitung Word oder die Tabellenkalkulation Excel kennt fast jeder, der mit Computern in Berührung gekommen ist. Für die Kunden hat diese weitere Revolution nur Vorteile. Für Microsoft ist sie ein weiterer Grund für Kopfschmerzen. Viele werden sich jedoch über diese Wachablösung freuen, denn der von Bill Gates und Paul Allen gegründete Konzern hat im Allgemeinen wenig Sympathie geweckt. Allerdings sollten sie nicht vergessen, dass unterm Strich ein Monopolist einen anderen ersetzt." (03.09.2008)

 

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