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Amaral, Domingos


In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Diário Económico - Portugal | 17.12.2008

Domingos Amaral über die aktuelle Krise der Ideologien

In seinem Gastbeitrag in der Wirtschaftstageszeitung Diário Económico schreibt der Autor Domingos Amaral, dass die wirtschaftliche Krise auch eine ideologische Krise darstelle, denn "keine Ideologie der letzten 100 Jahre hat eine Lösung für die aktuelle Krise. Weder der Marxismus, noch der Wirtschaftsnationalismus oder der Liberalismus. ... Die Theorien von Marx sind schon längst nichts mehr wert. ... In einer globalisierten Welt gibt es keine Chancen für eine Vereinigung aller Arbeiter, da ihre Interessen oft gegensätzlich sind. ... Was den Wirtschaftsnationalismus betrifft, würde heute kein vernünftiger Mensch die Grenzen sperren und die hohen Zölle wieder einführen lassen, die früher den Handel beschränkt haben. Heute will und kann niemand den freien Handel der Welt unterbinden. So bleibt nur der Liberalismus übrig. ... Weniger Staat war in vielen Fällen synonym für mehr Fehler und Probleme. Thatchers und Reagans Liberalismus sind derzeit aufgrund der aktuellen Faktenlage diskreditiert und deshalb keine gültige Lösung. Was [aber] bleibt dann noch? Nichts, zumindest ideologisch. Jetzt können wir nur diskutieren, inwieweit der Staat in die Wirtschaft eingreifen darf."

Diário Económico - Portugal | 12.11.2008

Domingos Amaral über die soziale Neuausrichtung in den USA

Europas soziales Modell sei nur möglich gewesen, weil die USA bislang die Rolle einer Weltpolizei übernommen haben, so Domingos Amaral in der Wirtschaftstageszeitung Diário Económico. Mit der Wahl Barack Obamas zum neuen US-Präsidenten sei nun eine Änderung in den USA in Sicht. "Amerikas Linke hat Europas 'soziales Modell' immer bewundert und wollte es schon immer importieren. Europas Rechte hingegen wollte schon immer das amerikanische Wirtschaftsmodell einführen. ... Europas 'soziales Modell' war nur möglich, weil Europa nach dem zweiten Weltkrieg sich nicht weiter um militärische Ausgaben gekümmert hat. ... Dies war allerdings nur durch den Schutz Amerikas möglich. Amerikas militärische Pflichten führten hingegen dazu, dass dem Staat nicht viel Geld übrig blieb, um in ein soziales Modell zu investieren. Entweder Kanonen oder Krankenhäuser. Die Amerikaner wählten die Kanonen und ermöglichten Europa somit die Krankenhäuser. Was Obama nun verspricht, ist die Änderung dieses Modells. Amerika will nun mehr in Schulen, Krankenhäuser und erneuerbare Energien investieren. Doch die USA sind verschuldet und können sich nicht gleichzeitig einen sozialen Staat, wie Obama ihn sich wünscht, leisten und weiterhin die Weltpolizei geben. Sie werden sich entscheiden müssen. In den nächsten Jahren werden die USA sich an erster Stelle um sich selbst kümmern und erst dann um den Rest der Welt. Dies ist nicht unbedingt eine schlechte Nachricht, doch sie zwingt die Welt dazu die Machtverhältnisse zu revidieren. Weniger USA bedeutet mehr China, mehr Russland, mehr Iran und auch ein bisschen mehr Europa. Ob dieses multipolare System funktionieren wird, kann nur die Zukunft sagen."

Diário Económico - Portugal | 15.08.2008

Drohender Weltkrieg?

Der Journalist und Autor Domingos Amaral argumentiert in der Tageszeitung Diário Económico, dass der Krieg zwischen Georgien und Russland ein erstes Zeichen des nächsten Weltkriegs sein könnte: "Russland wurde provoziert und erklärte daraufhin Georgien den Krieg. Dabei nutzte Russland die Gelegenheit, um der Welt zu zeigen, dass die Zeiten der Demütigung vorbei sind und dass Russland es sich nicht gefallen lassen wird, dass die NATO sich in seine 'Einflusszone' einmischt. Eines scheint mir logisch zu sein: Wer die Unabhängigkeit des Kosovos unterstützt, hat kein Recht, dies anderen Regionen wie Südossetien zu verweigern. Es handelt sich jedoch nicht nur um Rechte, sondern auch um Macht. Russland hat seine Macht zurück erobert und wird sie Ländern wie der Ukraine, Georgien und eines Tages vielleicht auch den baltischen Staaten aufzwingen und sie von Europa und Amerika trennen, falls nötig mit Gewalt. Wladimir Putin sagte einmal: 'Das Ende der UdSSR war das Schlimmste, was der Welt im 20. Jahrhundert passiert ist'. Ich sagte damals, dass er sich nur im Jahrhundert geirrt hatte. Die wahren Konsequenzen der sowjetischen Implosion werden wir erst jetzt erleben. Nach den amerikanischen Fehlern der letzten Jahre wird sich der nächste US-Präsident entscheiden müssen: Entweder er zieht zurück und setzt viele östliche Länder Russlands Einfluss aus oder er macht es nicht und wir werden einen Krieg zwischen den USA und Russland erleben. Der Kosovo und Georgien sind die ersten Episoden eines Films, der unglücklich enden kann."

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