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Wiegel, Michaela
In der europäischen Presseschau wurden bisher 4 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Sarkozy bringt Europa voran
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung sieht in den französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy eine geeignete europäische Führungsfigur: "Angesichts der vom irischen Referendumsergebnis erzwungenen Pause in Sachen Lissabonner Vertrag mag die EU einen 'Président' vom Schlage Nicolas Sarkozys brauchen können. Zwar liegt dem wohl umtriebigsten, rastlosesten und unberechenbarsten Staatschef in ganz Europa die Rolle des braven Mittlers nicht. ... Doch betrachtet Sarkozy den Lissabonner Vertrag als ein Werk, das ohne ihn nicht entstanden wäre. Deshalb wird er seine ganze Kraft darauf verwenden, den Vertrag zu retten. ... Sarkozys europäischer Tatendrang wird dadurch gesteigert, dass er einen Erfolg vor heimischem Publikum bitter nötig hat. Denn sein Sturzflug in den Meinungsumfragen ist noch nicht beendet. Da den Franzosen schmerzliche Einschnitte durch die anlaufenden Reformen noch bevorstehen, braucht er Erfolge auf der europäischen Bühne - so, wie die EU sich den Elan Sarkozys zunutze machen kann."
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Abschiedsbrief als Pflichtlektüre?
Ab heute gehört in französischen Schulen der Abschiedsbrief des jungen Widerstandskämpfers Guy Môquet zur Pflichtlektüre. Der Historiker Max Gallo erklärt im Interview mit Michaela Wiegel, dass das an den Schulen vermittelte Geschichtsbild nicht von oben verordnet werden darf. "Für mich darf es keine Sanktionen geben, wenn ein Lehrer sich entscheidet, den Brief Guy Môquets nicht zu lesen. Das muss seiner Meinungsfreiheit überlassen sein. Genauso ist jeder Lehrer frei, den Brief zu kommentieren, wie er ihn historisch einordnet. Es soll Debatten geben, keine einheitliche Einordnung." Er erklärt, warum der Brief auch heute noch für Frankreich wichtig ist: "Der Zweite Weltkrieg bleibt das Raster, auf das alle politischen Debatten zurückführen, wie jetzt wieder in der Debatte über die Gentests für Einwanderer. Es ist eine Vergangenheit, die nicht vergeht."
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Kouchner warnt vor einem Krieg mit Iran
Michaela Wiegel erklärt, welche Medienstrategie Kouchner mit seiner Iran-Äußerung verfolgt: "Aus dem Schatten des allgegenwärtigen Staatspräsidenten Sarkozy herauszutreten ist für die meisten französischen Minister ein politisches Überlebensziel geworden. Für Bernard Kouchner, den Meister der Medieninszenierungen, gilt das in besonderem Maß. Deshalb hat er sich nicht gescheut, ein bisschen markig zu sprechen... Es hat ihn nie gestört, sein Wirken nicht mit einer Partei- oder Regierungslinie in Einklang bringen zu können. Gegen Widerstände Mitterrands plädierte er für europäische Einmischung auf dem Balkan. Er eckte an, als er zum Ende des ersten Golfkriegs das Festhalten der westlichen Alliierten am Diktator Saddam Hussein beklagte... Das undiplomatische, ungebundene Auftreten Kouchners hat Sarkozy dazu gereizt, ausgerechnet ihm die Aufgabe des obersten Diplomaten Frankreichs zu übertragen."
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Das Ende der Ära Chirac
Michaela Wiegel konstatiert "zwei Brüche in der französischen Außenpolitik", die in die Amtszeit Chiracs fallen. "Den ersten Bruch, das Zerwürfnis mit Amerika über den Irak-Krieg, hat Chirac bewusst herbeigeführt. Den zweiten stellt die Abkehr Frankreichs vom europäischen Integrationsprozess dar... Ausgerechnet Chirac, dessen politischer Werdegang vom Kalten Krieg geprägt wurde, hat sich als Staatspräsident seit 1995 aus den Denkmustern der Ära gelöst, in der das Gleichgewicht der Blöcke über allem stand. Die Bündnissolidarität mit Amerika... stellte Chirac erstmals seit der Suez-Krise von 1956 in Frage, als er mitten in der Irak-Krise ein französisches Veto im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen androhte. Den Versuchen Frankreichs, in einer Art Konterallianz die Großmächte Russland und China, europäische Partner wie Deutschland und Belgien sowie eine Vielzahl lateinamerikanischer und afrikanischer Staaten gegen Amerikas Kurs zu vereinen, sind ohne Vorbild. Dem erfahrenen Außenpolitiker Chirac ging es dabei anders als dem Wahlkämpfer Gerhard Schröder nicht um die Bestätigung pazifistischer Reflexe bei seinen Landsleuten."
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